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Das September-Buchstabenspiel

Jeder Monat bringt seine eigenen Buchstaben mit – und damit Wörter, Gedanken, Geschichten. Ein sprachspielerischer Blick auf den Spätsommermonat September.

S

Die Sonne ist sanfter geworden. Keine Spur mehr von Stillstand ist zu spüren an der Schwelle zum Herbst. Neuer Start auch für Schulkinder. Das Spiel des Lebens geht weiter.

E

Die Erde schenkt uns reichliche Ernten. Es ist jedes Jahr aufs Neue ein Erlebnis, die enorme Entfaltung und Entwicklung auf jeder Ebene zu erleben. Enthusiastisch genießen wir Endiviensalat, Elsässer Flammkuchen mit viel Emmentaler und die erste Esskastaniensuppe. 

P

Die Pracht der Pflanzen ist im September phänomenal. Doch es ist nicht alles positiv. Pflanzenwachstum ändert sich durch Temperaturverschiebungen, Permafrost taut auf, Polarregionen werden wärmer. Über die Perspektiven durch solche Phänomene wird philosophiert. Es regen sich Proteste gegen passionierte Pläne in der Politik. Pläne, die sich manchmal bei genauer Prüfung als Phantasien entpuppen. 

T

Toleranz ist ein Wort, das tendenziell mit geringer Tatkraft assoziiert wird. Der Trend geht zum rauen Tonfall. Es geht manch taffen Typen weniger um Tatsachen, mehr um Täuschungen. Der Trubel erinnert bisweilen an ein Tollhaus. Ein Tässchen Tee täte manchmal gut.

E

Es ist eindeutig Zeit für ausgleichende Energien. Gegenseitiger Respekt bringt Erleichterung und mit etwas mehr Engelsgeduld sollte ein ehrliches Miteinander möglich sein. Eigentlich kommen die geringeren Temperaturen im September einer solchen Entwicklung entgegen. Führt das endlich zu einem guten Ende?

M

Man mag den September mögen oder nicht: Für die meisten Menschen bietet dieser Monat viele Möglichkeiten. Das M ist die Metapher für Mut, Mitte, Mütterlichkeit und die Urkraft aus dem Meer. Auch wem Magie nicht viel sagt, so ist sie doch ein Mittel, um ohne Mühe Muße-Momente zu kreieren.

B

Nach meiner bescheidenen Beobachtung bilden bestimmte Buchstaben bestimmte Bereiche ab. Das B beispielsweise steht für die Basis, Boden, Beständigkeit und Bindung. Aber auch für Busen und Bauch – also Nachgiebigkeit und Gefühl. Wieder ist es die Balance, die beeindruckt und bemerkenswert ist. 

E

Das dritte E in einem Wort verstärkt E-Eigenschaften: Exemplarisch beispielsweise Ehrlichkeit, Einheit und Erkenntnis. Das Empfangen von Einsicht ist genauso elementar wie Erlebnisse. Weitere wichtige E-Wörter sind Echtheit und Ernsthaftigkeit und, ganz essenziell: Ernährung. Es gibt auch entmutigende E-Wörter wie Endzeit, Entbehrung und Einschränkung. Entscheidend ist, worauf man seine Energie lenkt.

R

Das Rad des Lebens dreht sich nun wieder. Die Ruhezeit ist vorbei, die Zeit des Reisens, des Reflektierens und Redens, der Richtungssuche. Die Reservoire sind aufgefüllt, Reserven neu angelegt, es ist neuer Raum für neue Richtungen entstanden. Riesige Vorfreude auf einen reichen goldenen Oktober erreicht mich.

S-E-P-T-E-M-B-E-R


Ein Auszug aus dem Buch von Margit Thürauf „Monatsnamen lassen manches erahnen“überall im Buchhandel erhältlich