Du betrachtest gerade Die neue Lust

Die neue Lust

  • Beitrags-Kategorie:Essay / Margit Thürauf
  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

Über meine Erfahrungen mit KI-Chatbots

Wenn ich hier von KI spreche, dann meine ich die neuen virtuellen Schlauberger Chat GPT, Claude oder Gemini. Das erste Mal benutzt habe ich Chat GPT im Jahr 2024, und seitdem haben sich die Ergebnisse enorm verbessert.

Man liest viel über die Gefahren. Experten warnen, malen Dystopien an die Wand, betreiben regelrechtes Dooming. Gleichzeitig nutzen längst viele Menschen die KI schon ganz selbstverständlich – Rentnerinnen und Rentner wie ich, im beruflichen Bereich sowieso: E-Mails werden beantwortet, Textauszüge verfasst, die Quintessenz in einem Satz herausgezogen. Man lässt sich den aktuellen Stand eines Wissensthemas zusammenstellen, die Struktur einer Webseite aufbauen und die Texte gleich mit dazu. Das alles spart Zeit.

Und was ist das Hauptanwendungsthema der privaten Nutzung? Das Gespräch. mit der KI. Ja, das geht. Gut sogar. Witzig, oder! Ich habe mich auch schon über die wertschätzende Zuwendung gewundert, die einem da entgegenkommt.

Wenn ich über Chancen und Gefahren der KI nachdenke, komme ich mit theoretischem Wissen nicht recht weiter. Deshalb wollte ich praktische Erfahrungen sammeln. Ich nutze die KI zum Lektorieren – aus Zeit- und Kostenersparnis. Aber nur für Rechtschreibung, Formulierungen, auch mal um Denkfehler herauszufinden. Was ich bekomme, sind Hinweise, mit denen ich weiterarbeiten kann. Die kann ich manchmal besser annehmen als menschliche Kritik.

Die Kehrseite der Medaille

Gleichzeitig habe ich eine innere Ablehnung gegen KI-generierte Inhalte. Auf YouTube klicke ich die meistens KI-generierten Beiträge sofort weg. Filme, in denen die Schauspieler vor einem weißen Hintergrund drehen und der Rest am Computer entsteht – sofort weg. Die können meine Aufmerksamkeit nicht halten. Simone Thomalla, die sonst für ihre empathische Zuwendung steht, wirkt in KI-generierten Fernsehfilmen plötzlich hilflos, saftlos, kraftlos. Ich erkenne solche Filme in der ersten Minute. 

Die Gegenbewegung

Aber genau hier entsteht etwas Neues: Die mich schier umzingelnde künstliche Informationswelt schafft als Gegenwicht eine neue Lust. Die Lust am echten Begegnen, am selbst Kreieren, an echter Musik, an echten Erlebnissen.

Alles hat zwei Seiten, und es kommt darauf an, wo ich meinen Fokus drauflege. Stärke ich das Negative – oder stärke ich die Gegenbewegung? Wo gebe ich meinen Geist rein?

Für mich ist das eine klare Entscheidung: Ich nutze die KI für die doofen Arbeiten und habe mehr Zeit für das, was mir Spaß macht. Kreativ sein und mit echten Menschen zusammen sein.

Ich finde das nicht naiv. Ich finde, das ist ein bewusster Umgang mit der KI.


Kleiner Nachtrag: Zu diesem Beitrag habe ich mir nur Stichpunkte notiert, damit die KI gefüttert, mir dann einen Blog-Beitrag ausformulieren lassen. In diesem  ersten KI-Entwurf habe ich bewusst nichts verändert. Und wie hat es sich gelesen?

Genutzte frei zugängliche KI: claude.ai


(c) Margit Thürauf, 3. Okt. 2025