Ich heiße Arella und bin eine Engelin.
Im Universum gibt es mindestens so viele Engel, wie es Menschen auf der Welt gibt. Manche meinen sogar, es gäbe so viele, wie in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.
Engel werden gemeinhin als geschlechtsneutral betrachtet. Das ist nicht ganz korrekt. Es gibt sowohl Engelinnen als auch Engel. Wir suchen uns unser Geschlecht einfach aus, aber lassen uns nicht festlegen. Da werden so manche aus der LGBTQ-Community auf der Erde vor Neid erblassen. Wir haben Transgender und Intersexualität schon lange erfunden.
Engel werden großteils männlich dargestellt, obwohl die Gesichtszüge und die Haarpracht eher feminin erscheinen. Die prächtigen Gewänder sehen nach Erden-Maßstab auch nicht gerade maskulin aus.

Wir Engel*innen sind frei von sexueller Begierde und Machtgelüsten, dafür spielt die reine Liebe eine große Rolle.
Ich bin gerne und ständig verliebt. Lebe vorzugsweise in inniger Zweierbeziehung. Ewige Treue schwören wir nicht, da bei uns „ewig“ echt lange dauert 😉
Die Entscheidung weiblich, männlich oder inter zu sein ist eine reine Gefühlsentscheidung. Da wir keine körperliche Differenzierung aufweisen, können wir uns jeder Zeit umorientieren.
Es existieren natürlich auch im Himmel Traditionen und Riten, die über Jahrtausende gewachsen sind. Die Erz-Konservativen sind eindeutig in der Minderheit, haben aber die besseren Verbindungen zur Pressestelle, deshalb hat sich unser Erscheinungsbild auf Erden im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert.
Durch die sozialen Medien und das weltumspannende Nachrichtennetz wurden mannigfaltige Sichtweisen und Interpretationen über Engel verbreitet. Es war der Qualität nicht unbedingt dienlich. Es ist viel Unsinn und Geschäftemacherei dabei.
Ich möchte euch keinen langen Vortrag halten, sondern nur eine kurze Botschaft schicken, die Aufmerksamkeitsspanne wird bei den Erdbewohnern ja immer kürzer.
Wir Engel:innen legen viel Wert auf Individualität, aber auch auf Gemeinschaftssinn. Gerechtigkeit und Ehrlichkeit ist unser Fundament. Der Kitt der alles zusammenhält, ist die überbordende Liebe, mit der wir gesegnet sind.
Die Geschlechterfrage ist nicht wirklich relevant für uns, da wir immer schon gleichwertig und gleichberechtigt waren. Neu für uns ist, dass wir uns neuerdings für diverse Gruppen entscheiden können. Das macht die Jahrtausende doch etwas abwechslungsreicher.
(c) Christine Hagelkrüys 2024