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von Sven Fennema

Verwunschene Orte

  • Beitrags-Kategorie:Dagmar Schulze
  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

Auch im diesjährigen Kalender ist wieder so ein Foto von einem längst verlassenen Ort abgedruckt. Lost places nennt man sie. Sie üben eine ungeheure Anziehungskraft auf mich aus. Dieses spricht mich besonders an. Es könnte ein ehemaliges Gewächshaus sein, in dem hohe Kübelpflanzen überwintert haben. Allerdings sind links und rechts neben der doppelflügigen Glastür Heizkörper angebracht. Rechts an der Seite, das könnte eine Leuchtstoffröhre sein. Darunter eine alte Winde um eines der Dachfenster zu öffnen. Die Glaskonstruktion sitzt auf einer Mauer, die ca. einen Meter hoch ist. Die Doppeltür hat buntes Glas und weiter oben ist noch eine einfache Rosette in grünem und gelbem Glas zu sehen. Der Boden ist aus Stein. Das Foto wird von leuchtenden Grüntönen beherrscht. Das Leuchten kommt von der Frühlingssonne, die Bäume und Sträucher beleuchtet. Durch das marode Fensterdach haben sich schon einige Äste gezwängt. Irgendwann wird sich die Natur das gesamte Gebäude zurückholen.

Wie gesagt, es könnte eine Orangerie gewesen sein, die zu einer großen Villa mit herrlich angelegtem Park gehört. Ganz in meiner Wohnortnähe gibt es sowas. Schloß Seehof. Ein kleines barockes Schlösschen mit vier Zwiebeltürmchen, einem Park, ein See mit Wasserspielen, eine Orangerie und eine lange wechselvolle Geschichte.

Lieber stelle ich mir aber vor, dass es ein Wintergarten war, denn ich liebe Wintergärten. Vielleicht gehörte es zu einem schönen alten Hotel. Die Gäste konnten dort ihr Frühstück einnehmen. An kleinen Tischen und auf zierlichen Kaffeehausstühlen mit Blick in den gepflegten Park.

Am allerliebsten aber stelle ich mir vor, dass der Wintergarten zu einer wunderbaren alten italienischen Villa gehört. Möbliert mit einer Chaiselongue, darauf bequeme weiche Kissen und eine leichte Decke und natürlich ein Buch. Auf dem Tischchen davor eine Kanne mit duftendem Tee und daneben zwei kleine roten Sessel. An der gegenüberliegenden Wand der Chaiselongue rechts eine Anrichte und darauf eine feine Porzellanvase mit einem herrlichen Strauß Gartenblumen und einer Schale mit frischem Obst. Links davon ein kleiner Sekretär mit einem Federhalter und einem aufgeschlagenen Tagebuch. Da wo das Sonnenlicht besonders ist, steht eine Staffelei mit einem angefangenen Bild und daneben liegt eine Farbpalette. Die Musik kommt von den Vögeln im Park. Ein Paradies!

Liebe Leserin, wenn Sie auch so eine Fantasiereise antreten wollen, der Fotograf, Sven Fennema hat eine Website auf der sie garantiert ins Träumen kommen. Da gibt es verlassene Zimmer, in denen das Bett noch hübsch gemacht ist mit Kissen und dem Knick, während schon die Tapeten von den Wänden fallen und vieles, vieles mehr.


28.12.2025, vom Kalender abfotografiertes Originalfoto von Sven Fennema www.sven-fennema.de – sehr empfehlenswerte Homepage