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Dagmars Poesie am See

Vor dem Fenster blüht der Busch.

Ein Staubkorn wird vom Wind hereingeblasen

Und landet auf der aufgeschlagenen Zeitung.

Im Glas davor spiegelt sich die Welt.


Leicht

Ich schwebe.

Wasser trägt mich.

Schaukeln auf den Wellen.

Schwerelos.


Sehnsucht

Ein Ziehen.

Der Atem schwer.

Das Herz so weit.

Hoffnung.


Bahnhof

Fernweh. Wohin führen die Gleise?

Volle Züge. Verspätete Züge.

Einsam am verlassenen Bahnsteig.

Keine Durchsagen mehr.


Bahnhof II

Gleise, die nirgendwo hinführen,

grasüberwachsen.

Lautsprecher sind schon lange verstummt.

Bahnhofsgebäude mit Brettern vernagelt.

Kein Leben mehr.


Im Bade schmeckt die Limonade.

Leider keine Schokolade, schade.

Halte dich an die Moral,

sonst droht ein Skandal.

Der Konsument liebt das Happy End.

Der Detektiv auf der Spur des Corned Beef.


Du bist mir

fremd geworden,

oder bin ich dir

fremd geworden,

oder ist das Leben uns beiden

fremd geworden?


Liebesnacht

Die Blätter treiben im Wind.

Erregt wie das Meer.

Ängstliche Hände.

Dunkler Wein und

Schäumende Wellen.


Paradies

Von den Sonnenstrahlen gewärmt,

den Blick auf den ruhigen See.

Schleierwolken und ein

Sanfter kühler Hauch.

Zartes Grün der knospenden Bäume,

darin ein Zwitschern, Krächzen, Klopfen, Rufen, Gurren,

um mich herum ein Summen und Brummen.

Ich sitze auf der Dachterrasse

Mitten im Paradies.


Abschied vom See

Wehmut im Herzen

Erinnerungen im Rucksack

Wiederkommen


Träume aus Kristall

Ich schau den Silberball des Mondes,

durchwachte Sorgen geben Ruh,

es segnet mich ein guter Traum,

ich richte mir ein Zimmer ein.

Ein Vorgefühl von Liebe,

Glück löst mein verkrampftes Ich.

Ein leiser Ton wird nach und nach

Zur wunderschönen Melodie,

die in mir weiter schwingt

und mich hinüberträgt.

Dagmar Schulze, Bernried 8.-12. April 2026