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Leonores Poesie am See

Urlaubsmorgen

Das erste Licht fällt durch das geöffnete Fenster.
Kühle Morgenluft strömt herein, mich fröstelt ein wenig.
Ich lege das Buch zur Seite und verlasse meinen besonnten Platz, ganz kurz nur,
um mich in den wärmenden Schal zu wickeln.
Wie still der See vor mir liegt,
welche Ruhe dieser junge Tag noch verströmt!
Eine kurze Zeitspanne nur.
Sie währt nicht lang:
ein Motor tuckert,

ein Boot legt ab vom Ufer,
ein Bus hupt,
Kirchenglocken läuten,
auf der Straße unter meinem Fenster klappern die Deckel der Mülleimer:
die Arbeit hat begonnen,
die Alltagsgeschäftigkeit hat die Oberhand gewonnen.
Betrifft sie mich auch, hier oben auf meinem sonnigen Sitz?
Zeit, Brötchen zu holen und die Zeitung aus dem Briefkasten.
Im Fluss des Tages schwimme auch ich.


Sommervergnügen

Lass die Schwere hinter dir
teil mit mir Vergnügen
nimm die Federbälle mit
die lassen wir fliegen.
Pack dein Badezeug mit ein
Wasser wird sich finden
schwimmend werden wir
Sommerglück zusammen binden


Heute Abend

Der Jubel der Vögel
wird übertönt von Kriegsgetöse
Die Vögel bauen an ihren Nestern

Die Forsythien flammen im letzten Licht der Sonne
Und die Zeit geht über alles hinweg


Schöner Unsinn

angeregt von Heinz Erhardt

1.

Ein Löwe und eine Möwe
trafen sich ganz zufällig.
Der Löwe schlich, die Möwe schrie –
die Erde dort, der Himmel hie
Schleichen oder fliegen?
Egal –
Gemeinsam um die Ecke biegen!

2.

Was wäre ein Morgen ohne Rot,
was wären Taschen ohne Tücher,
was wäre Butter ohne Brot
was wären Seiten ohne Bücher?
Was wär das H ohne das Moll
kannst du mir sagen, was das soll?
Ich reime munter vor mich hin
egal ob mit oder mit ohne Sinn.


Gestern – heute – morgen

Geregnet hat es gestern.
Heute sitzen die Vögel mit trockenem Gefieder
in den Bäumen und
zwitschern ihre Paarung herbei.
Alles ist Aufbruch, Blühen und Werden.
Sind die Baumkronen dicht mit Blättern besetzt
schweigen die Vögel.
Das Rad ist geschlagen.