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Vom Flüstern der Wortmusen

sieben schreiben – sieben dichten

Am Ufer des Starnberger See, still und weit,
liegt Kloster Bernried in goldenem Kleid.
Dort, so flüstert leise der Wind durchs Schilf und durch das Reet,
hat der liebe Gott die Landschaft dreimal zärtlich geküsst – man versteht.

Ein Kuss für das Wasser, das silbern sich biegt,
einer für Gärten, wo Zeit stillliegt,
der dritte für Mauern, die Geschichten bewahren,
von suchenden Seelen und wortreichen Jahren.

Zwischen Gemäuer und duftendem Grün,
wo Gedanken wie Sommerlibellen kühn blühn,
sitzt eine Runde aus Feder und Sinn –
die Wortmusen flüstern: „Schreib dich hier hin.“

Ein Vers wächst im Schatten der alten Alleen,
ein Lachen bleibt an den Blumen bestehen,
und irgendwo zwischen Kiesweg und Bank
liegt ein Satz, der nach Ewigkeit klang.

So dichtet der Ort mit leiser Gewalt,
macht Herzen weich und Gedanken bald alt,
und wer einmal lauscht diesem heiligen Reim,
nimmt ein Stück dieser Küsse für immer mit heim.