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Segel im Blau

Der Wind kennt keine Heimat.
Er leiht den Segeln nur Richtung.

Geschwindigkeit ist nichts
als der Mut des Wassers,
den Himmel zu spiegeln.

Und jedes Boot,
das lautlos durch Blau schneidet,
trägt die alte Frage mit sich:

Ob wir vor etwas fliehen —
oder endlich unterwegs sind.

Vielleicht ist das Meer deshalb so still,
weil es weiß,
dass Ankommen nur eine Erfindung der Menschen ist.

Der Wind aber lacht
in den gespannten Tüchern der Nacht
und treibt die roten Segel weiter,
als hätten sie Erinnerung aus Feuer.

Geschwindigkeit macht die Zeit durchsichtig.
Für einen Augenblick
wird selbst die Sehnsucht leicht —

und der Horizont
zieht sich zurück
wie ein Gedanke,
den niemand festhalten kann.

Bild: privat, Acryl