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Ballett der Silberreiher

Am Rand der taufrischen Wiesen
wo das Wasser den Himmel berührt,
tanzen die Silberreiher
wie Gedanken eines stillen Moments.

Sie berühren die Erde kaum,
als wüssten sie,
dass Schwere nur
eine Gewohnheit der Menschen ist.

Der Bach trägt das Blau der Ewigkeit,
zerschnitten vom Flügelschlag des Augenblicks.

Und jeder Kreis im Wasser
ist eine Antwort ohne Frage.

Fern im Dunst schläft ein Ort
unter dem Atem der Zeit.

Doch die Reiher kennen keine Uhren —
sie messen die Welt
im Schweigen zwischen Flügelschlägen.

Das Licht streut grüne Geheimnisse
über die offenen Felder,
und der Wind schreibt mit unsichtbarer Hand
Geschichten ins hohe Gras.

Vielleicht ist Schönheit nur dies:
ein kurzer Tanz über dunklem Wasser,
ein weißer Flügel
im unendlichen Blau.

Und vielleicht bin auch ich
nichts anderes als ein Flügelschlag,
der für einen leuchtenden Moment,
den Himmel berühren darf.

Dieser Text entstand inspiriert von dem Gemälde „Ballett der Silberreiher“ der Bamberger Künstlerin Ulrike Polifke.