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Beeren-Debatte

Im Sommergarten, sonnig-warm,
hängen Beeren Arm in Arm.
Rot und weiß und schwarz zugleich
schmücken sie ihr Sträucherreich.

Da spricht die rote Beere heiter:
„Mein Weg führt sicher einmal weiter.
Als Kuchenkrönung, hübsch und fein,
da möchte ich am liebsten sein!“

Die weiße nickt: „Das klingt ganz nett,
doch ich komm lieber aufs Büfett.
Als Gelee bei der Gala fein
nehm ich den Ehrenplatz gern ein.“

Die schwarzen Beeren rufen froh:
„Bei uns läuft alles anders. So!
Man macht aus uns, das ist bekannt,
oft Schnaps im ganzen Land.“

„Nein, Kuchen!“, rufen die Roten laut.
„Gelee!“, die Weißen, wohlvertraut.
„Ein feiner Likör!“, die Schwarzen dann.
So fängt ein muntrer Streit gleich an.

Da hört man plötzlich aus dem Strauch
ein Schieben, Drängeln, Poltern auch.
Es raschelt, rumpelt, knackt und kracht,
bis jemand sich bemerkbar macht.

Die Stachelbeeren, kugelrund,
erscheinen auf dem Gartengrund.
Die größte ruft mit stolzem Ton:
„Warum vergesst ihr uns denn schon?

Wir eignen uns für Saft und Mus,
für Kuchen gibt’s uns im Überfluss.
Auch Marmelade, süß und fein,
darf gerne aus uns gemacht sein!“

Die Johannisbeeren staunen sehr:
„An euch dachten wir gar nicht mehr!“
Dann lachen alle, groß und klein,
und rücken etwas näher ein.

Denn jede Beere, das ist klar,
ist wunderbar.
Ob Kuchen, Gelee oder Schnaps im Fass –
am Ende wird aus allen was.

So hängen sie im Abendschein
noch lange fröhlich beisammen fein.
Und jede Beere weiß genau:
Der Sommergarten macht sie schlau.

Foto: pixabay